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Nachhaltige Kleidung – Warum ist es so schwierig Kleidung nachhaltig zu produzieren?

 Als Gründer von TURNS haben wir uns viel mit Kleidung, deren Herstellung sowie dem Begriff Nachhaltigkeit auseinandergesetzt.
Höre dir gerne an oder lies kurz nach, was nachhaltige Mode ist und was die textile Herstellung so komplex macht.  (P.S. Das ist das perfekte Rüstzeug für dein nächstes Gespräch mit Freunden, die dir sagen, dass das ‚eh alles nur greenwashing ist‘.)




 

 

Was ist nachhaltige Mode?

Laut Duden ist der Begriff Nachhaltigkeit vor allem im
forstwirtschaftlichen und ökologischen Gebrauch genutzt, allgemein gilt nur die Definition Nachhaltigkeit =  "längere Zeit anhaltende Wirkung".

Wie diese Wirkung aussieht und was eine längere Zeit ist, definiert jeder Modehersteller bis dato selbst. Und hier liegt auch schon das zentrale Problem. Diese unscharfe Begriffsabgrenzung lässt zu, dass auf Kleidungsetiketten vieles über Nachhaltigkeit steht, was im Ganzen betrachtet sicherlich nicht wirklich wertvoll für unsere Welt ist. Wir bei TURNS definieren nachhaltige Mode wie folgt:

Nachhaltige Herstellung bedeutet die bestmögliche Nutzung der bereits vorhandenen Ressourcen innerhalb bestehender Fertigungsprozesse und die stetige Suche nach neuen, ressourcenvermeidenden Prozessen.

Warum brauchen wir nachhaltige Mode überhaupt?

Der Begriff nachhaltige Mode ist also nicht glasklar. Warum wir Mode anders herstellen müssen, ist es aber: Die Textilindustrie ist für 5%-8% der weltweiten Treibhausgase verantwortlich, also mehr als alle Flüge und Kreuzfahrten gemeinsam. 25% der weltweit produzierten Chemikalien werden für die Bekleidungsindustrie verwendet; und wenn wir jetzt noch die überwiegend miserablen Arbeitsbedingungen der circa 300 Millionen Beschäftigen in der Industrie betrachten, von denen ca. 90% Frauen sind, dann muss das Grund genug sein, etwas am Ist Zustand zu ändern!

Aber was macht nachhaltige Kleidungsherstellung so schwierig?

Wenn es doch so einleuchtend erscheint und offenkundig ist – warum ist es dennoch fernab vom Standard Kleidung zukunftsfähig zu produzieren? Dies wird verständlicher, umso tiefer du dich mit der Herstellung von Textilien beschäftigst. (Höre dir gerne dazu auch unseren Podcast an.) Während ein Shirt aus nur 3 Komponenten (Textile Fläche, Garn, Etikett) besteht, wird es bei Jacken, Westen oder gar Schuhen deutlich aufwendiger. Die wenigsten dieser Komponenten sind dabei aus einem Material. Somit kommt ein Produkt schnell auf 7 und mehr Zutaten, die wiederum nicht alle von einem Hersteller gefertigt werden. Kurzgesagt: es sind viele Firmen mit vielen Kleinteilen am Endprodukt beteiligt. Im Gegensatz zum Beispiel zur Automotive Produktion sind praktisch keine Teile sicherheitsrelevant und können somit leicht von verschiedenen Lieferanten gefertigt werden. Nicht nur als Endverbraucher, sondern auch als Modelabel verliert man hierbei schnell den Überblick und auch wir müssen schon einiges an Aufwand betreiben, um wirklich alle Vorlieferanten zu kennen. Dieser Aufwand, der viele Reise- und Personalkosten sowie Nachfragen bei Lieferanten mit sich bringt, kostet Geld. Dieses Geld sowie oftmals unangenehmen Diskussionen mit Herstellern scheuen viele Labels
aus zwei einfachen Gründen: es ist anstrengend und teuer.

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